PAPE - Teilhabe von Menschen mit Autismus in der EU
PAPE entwicklet ein Autism Europass Access Tool (AutismEPAT) , das Menschen Autismus (auch mit mit frühkindlichem Autismus) als Kompetenznachweis und als Zugang zum Europass dient.
Dazu haben wir uns mit vier europäischen Partnern zusammengetan. Das AutismEPAT soll kein neues Assessment-Instrument sein. Allerdings gibt es bisher kein allgemeines Dokumentationssystem für Kompetenzen für Menschen mit Autismus Spektrum Störungen; alle üblichen Dokumentationsbögen basieren in der Regel auf Defiziten und Schwierigkeiten als auf Stärken. Die Idee ist Energie in die Bereiche zu lenken, in denen Entwicklung möglich ist – ähnlich der Philosophie von TEACCH.
Mit dem AutismEPAT soll eine Sammlung von Kompetenzen möglich werden, welche Menschen mit Autismus/ASS befähigt und ermutigt sowie eine Vielzahl von Möglichkeiten der Nutzung anbietet:
· Für die Person selbst – Selbstwert und Selbstvertrauen
· Für die Gesellschaft – zur Veränderung der Einstellungen
· Für Personal – um Angebote und Assistenz zu planen
· Für einen möglichen Arbeitgeben, Trainer oder eine Einrichtung –
· Für die Familie – stolz und Beruhigung
· Um Fähigkeiten zu sammeln, Veränderungen zu und Kontinuität zu gewährleisten.
Im Zusammenhang mit diesem AutismEPAT wird ein Handbuch ausgearbeitet werden.
Das AutismEPAT selbst ist kein Zertifikat, es ist ein speziell entwickeltes Werkzeug, das Menschen mit ASD (Autismus Spektrum Störung) dazu befähigen kann, den Europass auszufüllen. Anstatt ein neues „Zertifikat“ zu erfinden gestalten wir den Prozess hin zum existierenden Europass.
Das AutismEPAT unterstützt durch seine computerbasierte Form einen dynamischen Eintrag, welcher fortlaufend die Entwicklung im Leben der Person zeigen kann. Veränderungen können so „selbstreflexiv“ dokumentiert werden.
Das AutismEPAT soll die Transparenz und die Anerkennung der Fähigkeiten und Kompetenzen der Menschen mit Autismus fördern. Hierzu werden nicht nur Bildungsinhalte abgefragt, sondern vor allem auch die Kompetenzen im alltäglichen Leben dokumentiert, die für Menschen mit Autismus häufig bereits eine große Herausforderung darstellen.
Daher werden auch diese Tätigkeiten im AutismEPAT kleinschrittig beschrieben. Dieser differenzierte Blick soll es den Menschen mit Autismus (sowie dem Personal und der Familie) ermöglichen, die weiteren Fähigkeiten auch für die eigene Entwicklung in Erwägung zu ziehen. Im Vergleich zu defizitorientierten Dokumenten wird die Möglichkeit der Entwicklung auch für die Menschen selbst deutlich hervorgehoben und so in den Bereich des Möglichen gerückt. So wird die Motivation gesteigert, die eigene Entwicklung weiter zu verfolgen, was eine bessere soziale Integration nach sich zieht.
AutismEPAT steht für 'Autism Europass Access Tool' übersetzt ´Autismus Europass Zugangs Tool´. Es enthält das Potential positive zukünftige Entwicklungen aller Kompetenzen und Fähigkeiten zu erfassen bzw. wahrzunehmen, im Gegensatz zu einem statischen unveränderlichem Blick auf die Person.
Durch das AutismEPAT wird es möglich die Fähigkeiten und Kompetenzen von autistischen Menschen im Europass zu dokumentieren. Sie erreichen dadurch eine Anerkennung in Bereichen, die bisher oft für sie nicht zugänglich waren.
Das AutismEPAT bietet die Möglichkeit diese in allen Lebensbereichen fortzuführen und sowohl in verschiedenen Einrichtungen als auch in verschiedenen Ländern vergleichbar zu machen.
Die im AutismEPAT angelegten Module bieten autistischen Menschen die Möglichkeit eigene soziale und berufliche Fähigkeiten und Kompetenzen zu benennen bzw. im Europass dokumentieren zu lassen, diese Kompetenzen zu erweitern und so intensiver am öffentlichen Leben teilzuhaben. Das AutismEPAT ist auch ein Instrument der Motivation für lebenslanges Lernen, da autistische Menschen klare externe Ziele brauchen. Zudem dient er Einrichtungen als Anregung, mit den autistischen Menschen weitere (Bildungs-)Maßnahmen zu erproben.
Es ist von Vorteil, dass die Partner Organisationen in unterschiedlichen Bereichen tätig sind. Diese Bereiche sind: Alltagsfertigkeiten, Berufsvorbereitung und Wohnbereiche. So werden wir Module aus jedem wichtigen Lebensbereich für den AutismEPAT aufgreifen
Das Instrument, das wir entwickeln kann als eine Art „Anleitungsgerüst“ zur Unterstützung für die Person mit Autismus (mit eingeschränkten verbalen Fähigkeiten) beschrieben werden, mit dem Ziel jemanden mit Autismus Spektrum Störung zu befähigen den Europass auszufüllen (oder Teile davon). Ohne ein solches Instrument haben Menschen mit ASD keinen Zugang zum Europass. Auch wenn unser AutismEPAT das selbständige Ausfüllen des Europasse nicht ermöglicht so strukturiert es die Konversation und Interaktion mit Eltern, Betreuern oder Assistenten auf dem Weg, mit unzähligen positiven Begleiteffekten bis hin zum Nutzen, den der Europass für seinen Nutzer selber hat.
Das Autism Europass Access Tool (AutismEPAT) wird in einer computergestützten Form entwickelt. Es hat 5 Bereiche, die aus Ich-Sicht des Benutzers ausgefüllt werden können. Die Bereiche sind Kommunikation, Wohlbefinden, Leben in der Gesellschaft, Alltags-Kompetenzen und (Berufliche)Beschäftigung und Interessen mit vielen Unterpunkten.
Für Menschen mit Autismus, die nicht sprechen können, sollen Eltern oder Betreuer, die diese am besten kennen, das AutismEPAT ausfüllen. Menschen mit Autismus, die mit Gestützter Kommunikation (FC) schreiben können, können es selber bearbeiten.
Die computergestützten Form gibt die Möglichkeit eine Zusammenfassung der Kompetenzen auszudrucken und wie der Europass dokumentiert dieses Instrument nicht nur offizielle Abschlüsse, sondern auch soziale Kompetenzen und Schlüsselkompetenzen. Anstatt ein neues „Zertifikat“ zu erfinden gestalten wir den Prozess hin zum existierenden Europass.
Für die wissenschaftliche Begleitung ist das “Institut für Rehabilitationspsychologie und Autismus (IRA), Gießen” (www.ira-giessen.de) beauftragt.